Der Verlegenheitsrülpser ;)

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Es gibt ja Situationen, da glaubt man, diese lästigen Ähms und Öhms wie am Fließband zu produzieren. Kennen Sie das? Im Nachhinein will man sich in den Hintern beißen, aus Angst, den Erfolg der Präsentation oder des Kundengesprächs könne man jetzt knicken.

Dabei stehen im normalen Plaudergespräch diese Verlegenheitsrülpser an der Tagesordnung! In den wenigsten Fällen stören sich andere daran. Wenn sie ab und zu durchrutschen, fallen sie gar nicht auf. Die Sache wird erst haarig, wenn die Ääähms wirklich gehäuft und an besonders unpassenden Stellen auftauchen. Womöglich entsteht dann der Eindruck, Sie hätten sich nicht vorbereitet und noch dazu wird der Redefluss behindert und das Zuhörer unbequem.

Ob Sie nun einen Vortrag halten, einen Workshop moderieren oder ein Projekt präsentieren: wenn Sie sich sattelfest fühlen, begrenzen Sie Stolpersteine auf ein Minimum. Blöderweise passiert es aber ab und zu trotzdem: man bereitet sich gründlich vor und kommt dann ins Stocken. Der Verlegenheitsrülpser sucht sich bei jeder Gelegenheit den Weg nach draußen. UAAH!!!

Die gute Nachricht: Man kann sich gegen diese – in der Fachsprache nennt man sie „Diskursmarker“ oder „Diskurspartikel“ – rüsten.

Gönnen Sie sich eine Pause!

Sprechpausen sind ein Gestaltungselement: mit ihnen baut man Spannungsmomente ein, lässt Zuhörer verschnaufen, Argumente wirken oder Informationen verdauen.

Wussten Sie, dass ein „Öööhm“ eigentlich auch eine Pause darstellt? In dieser kurzen Zeitspanne überlegen Sie nämlich, was Sie als Nächstes sagen werden. Es hindert Sie also nichts daran, ein Öhm durch eine echte Sprechpause zu ersetzen. Das wirkt gleich souveräner und Sie fühlen sich auch gleich wohler in Ihrer Haut.

Nehmen Sie sich nicht so wichtig!

Ha! Das ist nämlich der Clou an der Sache: Insgeheim wünscht man sich sympathisch und kompetent rüberzukommen. Man überlegt: „Himmel, wie formuliere ich das denn jetzt!?“ oder „Aufpassen, jetzt muss ich super seriös wirken“ und verliert Zuhörer und Inhalt aus den Augen.

Je stärker man die eigene Person und nicht das Wesentliche im Blickfeld hat, umso häufiger mischen sich Ähms unter. Die Lösung: Denken Sie daran, dass man ohnehin nie Everbody´s Darling sein kann. Natürlich ist es schön, wenn Sie gut ankommen und fettnäpfchenfrei unterwegs sind, aber ihre Welt wird davon nicht untergehen. Sie fahren besser, wenn Sie nicht den Anspruch an sich stellen, alles perfekt zu machen.

Bereiten Sie sich vor!

Angenommen Sie halten einen Workshop oder eine Präsentation und bereiten sich nicht ausreichend darauf vor, stellen Sie sich möglicherweise selbst ein Bein. Gut, das ist keine sensationelle Neuigkeit, aber trotzdem kommt es vor, dass die Vorbereitung auf die leichte Schulter genommen und der Fokus vielleicht ausschließlich auf Folienerstellung & Co gerichtet wird.

Das ist natürlich schade, denn an den, der die hübschen Folien zu Gesicht bekommen wird, denkt man nicht und der spürt dann aber, dass der technische Part in der Planungsphase anscheinend wichtiger war. Deshalb: Die Vorbereitung ist natürlich das A & O, egal ob es sich nun um eine Präsentation oder eine Lesung oder einen Workshop oder was auch immer handelt.

Ich persönlich finde Verlegenheitsrülpser, sofern sie sich im normalen Rahmen abspielen und nicht auffallend rausrutschen, überhaupt nicht schlimm. Ich weiß, dass nicht jeder das so sieht, aber ich denke, dass die Ähms, Öhs und Ahs – wie auch die bösen, bösen Füllwörter – zum Leben dazu gehören. Deshalb sollte es sie auch nicht zu sehr belasten, wenn Sie Ihnen in der Präsentation eben auskommen, denn auch dort geht es hoffentlich lebendig zu und Sie veranstalten immerhin keinen Schönsprech-Wettbewerb.

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