So bekommen Sie mehr Sprechausdauer!

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Das ist Ihnen vielleicht schon passiert: Sie halten eine Präsentation oder leiten ein Seminar und plötzlich geht Ihnen die Puste aus. Wenn die Atmung durcheinander kommt, passieren mehrere Dinge: erst einmal haben Sie buchstäblich keine Luft mehr, den Satz sauber zu Ende zu führen. Oder Sie atmen hastiger. Vor allem aber wird das Sprechen anstrengender. Bekommen Sie jetzt den Atem nicht in den Griff, leiden Sprechfreude und Wirkung.

Dazu kommt: Nicht nur Sie quälen sich ab! Wer beim Reden nach Luft schnappt als gäbe es kein Morgen mehr, behindert den Sprechfluss und plagt den Zuhörer.

Wie beim Joggen gilt auch fürs Sprechen: Wenn Sie Ihre Ausdauer trainieren, haben Sie immer genug Luft. Ich habe eine wirksame, einfache Atemübung für Sie, mit der Sie Ihre Sprechausdauer ab sofort trainieren können.

Mit dem Atem steht und fällt die Stimme

Atemübungen haben es in sich! Sie bringen viel mehr als Sie vielleicht vermuten. Denn sobald man sich mit der eigenen Atmung auseinandersetzt, kommen spannende Aha-Erlebnisse zum Vorschein, unter anderem:

Ihre Innenschau funktioniert besser. Atembeobachtungen sind immer auch Momentaufnahmen von Körper und Seele: Stress und auch positive Aufregung äußern sich gern in der Brustatmung. Brustatmung sorgt für Unruhe, konserviert Nervosität und verändert den Stimmklang. – Innere Ruhe und Gelassenheit sind in der Bauchatmung zu Hause.

Sie stellen schnell fest, dass Ihr Atem in bestimmten Körperhaltungen nicht frei fließen kann, dadurch verbessert sich Ihr Körpergefühl. Der freie Atemfluss ist unheimlich wichtig, durch ihn kommen Töne optimal heraus. Andernfalls klingen Sie gepresst oder zu lasch, auch ihr Gespür für die richtige Körperspannung ändert sich.

Wenn es an der Atemführung hakt, finden Sie ratzfatz heraus, wo Sie ansetzen müssen. Sie können Übungen also gezielt anpeilen, weil Sie ihr Problem benennen können: „Ich schnappe ständig aktiv nach Luft“ oder „mein Luftholen ist auch in hinteren Reihen noch deutlich hörbar“ oder „Ich werde bei längerem Sprechen so schnell heiser“. Jetzt zu der Übung, die Ihnen hilft, den Atem beim Sprechen zu verlängern.

Ausdauer-Übung, Teil 1

Bitte üben Sie ungestört und in Ruhe! Wenn Sie wollen, wärmen Sie sich zuerst auf mit der Übung aus dem Artikel Brust oder Bauch? Nicht umsonst machen Profisprecher und Sänger immer Aufwärmübungen für die Stimme. Der Stimmklang ist besser und alle an einer vollen Stimme beteiligten Organe werden – wie beim Sport – auf ihre Aufgabe optimal vorbereitet. Besonders als VielsprecherIn beugen Sie Überlastungen der Stimme vor. Wenn Sie soweit sind, stellen Sie sich aufrecht hin und achten auf eine optimale Körperspannung, sie stehen bequem und „selbstsicher“ – also nicht zu lasch aber auch nicht zu angespannt – da.

Die Hände hängen seitlich herunter, der Brustkorb ist aufgerichtet und frei, den Kopf halten sie gerade und schauen geradeaus. Jetzt legen Sie los:

Atmen Sie ein, atmen Sie aus, atmen Sie ein, in Ihrem ganz normalen Rhythmus , kein tiefes Luftholen!) und beim Ausatmen sprechen Sie: „ffffffffffffffffffffffffffff……………..“ – und zwar bis ihr Atem verbraucht ist. Machen Sie dann einige normale Atemzüge.

Wieder normal einatmen und beim Ausatmen mit „fffffffffffffffffffffffffffffff………………….“ – wieder, bis der Atem verbraucht ist.

Machen Sie einige Atemzüge. Jetzt stoppen Sie die Zeit, atmen Sie wieder ganz normal ein und ausatmen auf: „fffffffffffffffffffffffffffff……………………..“ dabei achten Sie darauf, wie viele Sekunden Sie mit dem Atem auskommen.

Und? Wie schaut es zeitmäßig bei Ihnen aus? Wenn Sie diese Übung zum ersten Mal machen, wird sich Ihr Ausatmen bei ca. 20 Sekunden einpendeln. Keine Panik, wenn Sie drunter liegen. Denn mit dem zweiten Teil der Übung, können Sie Ihre Ausdauer auf bis zu eine Minute hochhieven!

Ausdauer-Übung, Teil 2

Weiter geht´s mit dem zweiten Teil der Übung: Jetzt gibt es keine extra Atemzüge zwischen den Übungswörtern.

Atmen Sie ein, atmen Sie aus, wieder in Ihrem ganz natürlichen Rhythmus und dann atmen Sie aus auf: „Muuuuuuusssssssssssssssss“ – wieder, bis Ihr Atem verbraucht ist.

Sofort wieder kurz einatmen und Ausatmen auf „Kuuuuuuuusssssssssss“.

Gleich einatmen und dann ausatmen auf: „Buuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuus“, bis Ihr Atem verbraucht ist.

Nehmen Sie sich vor, diese Übung in ihren Alltag zu integrieren, schenken Sie ihr täglich fünf Minuten von Ihrer Zeit. Sie bringt Ihnen viel und erste Ergebnisse stellen sich bald ein: Sie bekommen ein besseres Gespür für sich und Ihre Atmung, verbessern die Atemfunktion und dadurch Ihre Sprechausdauer. PS: Diese Übung eignet sich wunderbar, um sie auch unterwegs, z.B. im Auto, durchzugehen.

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