Die Crux der doppelten Verneinung

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Am Mittwoch rief ich bei einer Behörde an. Ich brauchte eine Auskunft zu einem Formular.

Ich: „Ist das Formular XY für meine Berufsgruppe überhaupt relevant?“.

Sie: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass kein Formular aus Gruppe F für Sie von Interesse ist.

???????????????! Es ist nicht unwahrscheinlich … es ist also …wahrscheinlich … dass kein … achsooo! Dieses Formular ist für mich nicht wichtig!!

Während ich nachdenke, plaudert die Dame munter weiter. Ich bitte sie dann, diesen Teil zu wiederholen. Ich war vorhin ja voll abgelenkt.

Doppelte Verneinung hat es eh in sich! Oft führt es – wie bei mir – zu enormer Verwirrung: Man muss einen Satz erst umständlich analysieren, – irgendwann machts dann zwar „klick“ und man versteht die Bedeutung. Aber bis dahin? Ist mein Gehirn blockiert. Pech, wenn Sie der Redner sind!

Wird das Zuhören beschwerlich, driftet man gerne ab. Verstehen gelingt besser, wenn Sie sich an das gute alte „Keep it simple“ halten. Alles, was einfach ist, kommt ohne Umwege beim Zuhörer an.

Grammatik ist nebensächlich

Stellen Sie sich vor, Ihr Partner liest Ihnen die Gebrauchsanweisung einer neuen Kaffeemaschine vor. Um zu verstehen, müssen Sie Ihre Konzentration mächtig ankurbeln. Erzählt er Ihnen einfach im Plauderton, wie dieses neue Ding funktioniert, könnten Sie die Informationen viel bequemer aufnehmen. Es sei denn, der Kaffeemaschinenexperte erklärt, dass der Hersteller nicht behauptet, dass es keinesfalls nicht unmöglich wäre, keine ungemahlenen Kaffeebohnen in den oberen Behälter zu schütten… 🙂

Wenn wir „ganz normal“ reden, reden wir besser: Wir haben nicht den Anspruch, perfekt zu sprechen und wir sprechen vor allem nicht in druckreifem Satzbau. Auch die Interpunktion – in diesem Fall unsere Sprechpausen – setzen wir nach Gefühl.

Gesprochene Sprache ist nicht fehlerfrei! Das macht ihre Natürlichkeit aus.

Bastian Sick, der Bestsellerautor von „Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“, hat einen lustigen Artikel zur doppelten Verneinung geschrieben: Nein, zweimal nein

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