Atemübung: Brust oder Bauch?

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Wenn in zwei Minuten ihr Vorstellungstermin ansteht , werden Sie anders atmen, als wenn Sie es sich auf Ihrer Dachterrasse mit einem Cafe Latte gemütlich machen. Dass die Atmung nicht nur an die physische, sondern auch an die seelische Verfassung gekoppelt ist, ist eh ein alter Hut.

Angenommen, Sie stehen tagsüber häufig unter Stress, dann kann es sein, dass sich Ihre Atmung hauptsächlich im Brustbereich abspielt. Das kann problematisch werden, denn Ihre Stimme hängt stark mit der Atmung zusammen. Wenn Sie zu weit oben atmen, schalten Sie den gesamten Organismus auf „Unruhe“. Dadurch klingt man gepresst und muss immer wieder nach Luft japsen. Atmen Sie hingegen auch in den Bauch, klingt Ihre Stimme voller und Sie haben mehr „Sprechausdauer“. Das Sprechen wird müheloser – und das Zuhören ist ebenfalls weniger anstrengend.

Überprüfen Sie Ihre Atmung:

– Setzen Sie sich aufrecht hin, das ist wichtig, damit die Atmung nicht durch eine ungünstig Körperhaltung beeinträchtigt wird.

– Legen Sie eine Hand auf die Brust und atmen gezielt zu der Stelle hin, auf der Ihre Hand liegt. Konzentrieren Sie sich ein paar Atemzüge lang auf die Brustatmung, dann können Sie gut spüren, wie sich Ihr Brustkorb hebt und senkt.

– Jetzt wechselt Ihre Hand die Körperstelle, legen Sie sie auf den Unterbauch. Bleiben Sie einen Moment in dieser Position und schicken Sie die Atmung hin zu Ihrer Hand. Beim Einatmen wölbt sich der Bauch, beim Ausatmen wird er wieder flach.

Mit dieser Erfahrung können Sie sich an die nächste Übung machen: stellen Sie fest, wo Sie momentan bevorzugt hinatmen. Aber Achtung, lenken Sie die Atmung nicht! Das ist nämlich der Clou an der Sache: die Atmung wahrzunehmen, ohne sie zu beeinflussen:

– Legen Sie eine Hand auf die Brust, die zweite Hand wieder auf den Bauch.

– Bleiben Sie einige Atemzüge in dieser Position, noch ohne sich zu konzentrieren.

– Dann spüren Sie nach: wo können Sie Atembewegungen wahrnehmen?

Haben Sie bemerkt, dass Sie schwerpunktmäßig in die Brust atmen? Dann ist es sinnvoll, sich die Bauchatmung anzueignen.

So trainieren Sie Ihre Bauchatmung:

– Legen Sie sich auf den Rücken und beide Hände auf Ihren Bauch. Die Mittelfinger berühren sich. Probieren Sie so auszuatmen, dass der Bauch dabei leicht nach innen geht.

– Wenn Sie wieder einatmen, gehen die Finger auseinander, die Mittelfinger berühren sich also nicht mehr, weil sich der Bauch beim Einatmen wölbt.

– Beim Ausatmen wird Ihr Bauch wieder flach und die Finger berühren sich wieder.

Investieren Sie ab und an fünf Minuten in diese Übung, sie bringt Ihnen viel. Möglicherweise wird Ihnen dabei anfangs ein bisschen schwindlig, das liegt daran dass dem Gehirn jetzt mehr Sauerstoff zugeführt wird.

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