Nicht mit dem Teddy reden!

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Hier kommen 9 Tipps, wie Sie sich „stimmig“ auf Ihre Präsentation vorbereiten können:

Ein Kursteilnehmer hat mir seine Art sich auf eine Präsentation vorzubereiten einmal so erzählt: „Ich spreche nicht gerne einfach so ins Blaue. Deshalb schnappe ich mir den Teddybär meiner Tochter, setze ihn auf einen Stuhl in der Mitte meines Büros und erst dann kann ich meine Präsentation laut üben“. Und ich dachte: „Hää?“

Ich hab das später einmal ausprobiert, als ich mich auf einen neuen Workshop vorbereitet habe. Ich hab mir ein Stofftier meiner Tochter geschnappt, einen großen Osterhasen, und losgelegt. Bei mir hat das überhaupt nicht funktioniert. Ich konnte den süßen Hasen nicht ernst nehmen. Aber Sie sehen, es funktioniert bei jedem etwas anderes.

Trotzdem empfehle ich Ihnen die Sache mit dem Stofftier nicht, ich persönlich finde es besser, wenn man sich die Bedürfnisse eines realen Zuhörers vorstellt. Leider gibt es aber auch Menschen, die sich auf Ihre Präsentation gar nicht vorbereiten. Nicht, dass sie nicht schöne Powerpoint-Folien oder durchnummerierte Handouts hätten, aber auf den Moment des Machens, nämlich das Sprechen, stellen Sie sich nicht ein. Dabei ist das nicht nur eine sehr sinnige Angelegenheit, sondern dem Zuhörer gegenüber nur fair. Sich vorzubereiten bringt Ihnen viele Vorteile: Sie verleihen der Sache den nötigen Ernst, Sie werden sicherer in Ihrem Tun und Sie haben die Möglichkeit nachzubessern.

Die Präsentation durchzuspielen bedeutet übrigens nicht, sich einen vorgeschriebenen Text immer wieder leise durchzulesen, oder sich vorm Spiegel dabei zuzuschauen, ob man beim Sprechen eh gut ausschaut. Wobei nichts dagegen spricht, Ihre Präsentation auch einmal vorm Spiegel zu üben. Ich habe Ihnen hier einige Punkte zusammengestellt, die Ihnen bei einer „stimmigen“ Vorbereitung nützlich sind.

1. Sprechen Sie mit einem Zuhörer

Damit meine ich nicht nur, dass der Teddy aus dem Büro muss, sondern dass Sie sich bei den ersten Durchgängen vorerst auch wirklich nur EINEN Zuhörer vorstellen. Das klingt jetzt komisch, weil Ihnen bei der Präsentation ja auch mehrere Menschen zuhören werden. Wenn Sie sich aber vorstellen, Ihre Worte nur einer einzigen Person vorzutragen, kommen Sie viel, viel leichter ins Reden. Noch dazu können Sie viel besser auf ihn eingehen und finden schnell in den Plauderton hinein.

2. Plaudern Sie!

Ich poche immer wieder drauf: Tragen Sie nicht vor, sondern sprechen Sie ganz normal! Verzichten Sie auf eine gestelzte Aussprache oder geschwollene Sätze. Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein. Im Einzelcoaching werden meine Kunden auch schon mal beim normalen Plaudern aufgezeichnet. In der Regel sollen Sie dann versuchen, Ihre Stimme selbst zu analysieren. Wenn Sie dann auch noch beim richtigen Vortragen aufgezeichnet werden und ich Ihnen anschließend beide Takes vorspiele, werden die Augen oft groß. Dann erst merken sie, wie gern man ihrem Geplaudere zuhört und wie mühsam das Zuhören bei dem Vortrag wird.

3. Hören Sie sich zu!

Es ist gar nicht so leicht, sich differenziert wahrzunehmen. Wenn Sie die Vorbereitung ernst nehmen, probieren Sie es aber bitte. Wenn Sie zu monoton werden, beim Sprechen zu singen beginnen usw. können Sie nur Gegensteuern, wenn Sie es beim Präsentieren merken. Das geht aber nur, wenn Sie während des Sprechens nicht nur den Mund, sondern auch die Lauscher gut aufsperren!

4. Schaffen Sie Nähe!

Das gelingt Ihnen weniger durch Ihre Worte, als durch Ihren Stimmklang, wussten Sie das? Wenn Sie schon in der Vorbereitung ein Auge auf Ihren Eigenton (LINK) haben, können Sie üben, beim Sprechen bei sich zu bleiben. Erinnern Sie sich daran, dass man Ihnen lieber zuhört und Ihre Präsentation um ein Vielfaches glaubwürdiger wird, wenn Sie dazu in der Lage sind, Vertrauen schaffen können.

5. Erkennen Sie Wirkungsmomente!

Wenn Sie Ihre Präsentation durchspielen, sehen Sie viel besser, an welchen Stellen Sie Ihren Zuhörern eine Verschnaufspause gönnen müssen oder an welchen Stellen eine längere Sprechpause wirklich sehr sinnvoll wäre. Sie müssen sich während der echten Präsentation dann natürlich nicht genau an jede einzelnen Wirkungsmoment erinnern, das wäre so, als würden Sie Ihren Text komplett auswendig lernen. Trotzdem sind Sie gerüstet.

6. Gönnen Sie sich einen Artikulationskick!

Wenn Sie in der Durchspielphase ermüden und undeutlich artikulieren, machen Sie eine Pause und gehen Sie die Korkenübung durch. Das bringt Ihnen viel, zum einen wird Ihre Aussprache wieder sehr deutlich und zum anderen motiviert Sie das zum Weitermachen.

7. Finden Sie Ihre Mitte!

Dazu gehört natürlich einerseits der Eigenton, anderseits spielt auch die Atmung eine wichtige Rolle. Wenn Sie sich nämlich schon in der Vorbereitungsphase ein Gefühl für die Atmung aneignen, können Sie sie, sollten Sie während der Präsentation ins Schwitzen kommen, auch wirklich nützen. Sie finden hier im Blog bereits einige nützliche Artikel, mit denen Sie ein gutes Gefühl für Ihre Atmung bekommen.

8. Übergehen Sie keine Stolperfallen!

Dazu ist die Vorbereitung ja da, dass Sie an Stellen, die Sie ins Strudeln und Stottern bringen, arbeiten können. Kurioserweise werden diese Stellen in der Vorbereitung manchmal ausgelassen: „Jetzt rennt’s gerade so schön, da will ich mir den guten Lauf nicht ruinieren“. Die Stolperfalle wird also einfach übersprungen. Sie tun sich damit halt nur keinen Gefallen! Nehmen Sie sich diese Stolperfallen gezielt her und arbeiten Sie genau dort.

9. Vor der Präsentation

Bringen Sie Ihre Stimme in Schwung! Es bewirkt übrigens auch sehr viel, wenn Sie sich innerlich darauf einstellen, gehört zu werden. Wenn Sie kurz vorm Auftritt dran denken, dass Sie jetzt präsent rüberkommen werden, dann wird das auch so sein. Wie bei so oft gilt auch hier: Die Sichtweise bestimmt die Wirklichkeit.

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