Lesestunde IV: Der Wolf

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Der Argon Verlag gibt freundlicherweise einen Hörbuch-Ausschnitt für die Lesestunde frei. Wenn Sie die Lesestunde noch nicht kennen, hier wieder die Anleitung:

Trainieren Sie Ihre Vorlesetechnik!

Das Vorlesen zu trainieren ist sinnvoll, auch wenn Sie keine Ambitionen haben, Lesungen oder lyrische Abende zu veranstalten. Vorlesen ist auch eine gute Übung, mit der Sie Ihre Fähigkeiten in punkto Stimmführung und Deutlichkeit verbessern.

Starten Sie doch gleich einen Versuch. Wenn Sie bereit sind, können Sie beim Vorlesen so vorgehen:

  • Lesen Sie sich den vorgegebenen Text zuerst leise durch, damit Sie sich mit ihm vertraut machen.
  • Überlegen Sie sich, an welcher Textstelle eine Sprechpause sinnvoll wäre.
  • Sprechen Sie nicht zu theatralisch, das kann den Zuhörer irritieren. Also, lieber nicht zu gefühlsduselig erzählen.
  • Jetzt hauchen Sie der Erzählung Leben ein und gestalten den Text mit Ihrer Stimme. Dabei lassen Sie sich von Ihrem Gefühl zu der Situation anleiten.

Bei dieser Übung lernen Sie, dass…

…. Sie sich auf einen Vorlese-Text viel besser einstellen können, wenn er Ihnen nicht fremd ist.
… Sprechpausen ein sehr wichtiges Gestaltungsmerkmal sind,
… und Sie sich am besten auf das Vorlesen UND das Zuhören gleichzeitig fokussieren, damit eine Erzählung wirken kann.

Im Anschluss können Sie sich anhören, wie der Hörbuchsprecher den Text interpretiert hat. Aber hören Sie sich die Audiodatei wirklich erst später an, so können Sie sich unvoreingenommen ans Vorlesen machen.

Der Text stammt aus dem Hörbuch Der Wolf von John Katzenbach und wird gelesen von Simon Jäger:

Mrs. Böser Wolf musste schnell erkennen, dass man über ein Verbrechen nur wenig herausfindet, wenn man am Schreibtisch sitzt und im Internet surft. Bei dem Versuch dem Rätsels des Mannes auf die Spur zu kommen den sie liebte, versagte die elektronische Hilfe fast ganz. Als Verwaltungssekretärin, die Ordnung und Routine schätzte, lag es nahe, eine Tabelle einzurichten, um alle Fakten übersichtlich festzuhalten. Vier Bücher, vier Morde. Dann ihre Eheschließung.

In der obersten Zeile der Graphik listete sie die Erscheinungsdaten der Bücher ihres Mannes auf, sowie die Daten an denen die Morde geschehen waren. Es folgten Unterkategorien mit den Szenen und Figuren aus den Büchern, die sie den echten Opfern und Tatorten gegenüberstellte. Sie hielt die bei den realen Morden benutzten Waffen fest und in einer Spalte daneben diejenigen, die sie aus den Romanen ihres Mannes in Erinnerung hatte. Sie sammelte jedes Detail, das sie den diversen Artikeln zu den Morden im Internet entnehmen konnte und nahm es wie ein übereifriger Literaturkritiker unter die Lupe.

Bei ihrer beharrlichen Suche nach Übereinstimmungen und Mustern nach irgendwelchen Gesichtspunkten, die Romane und reale Verbrechen verbinden und vielleicht Licht ins Dunkel bringen könnten, surrte unablässig der Drucker neben dem Schreibtisch.  Es war ein hartes Stück Arbeit.

Und hier die Audiodatei dazu:

Das ist übrigens der Trailer zum Hörbuch – ganz schön gruselig, oder?

httpv://www.youtube.com/watch?v=Ig_UTrAG2U0

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