Gute Übungsräume

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Einer meiner Workshops heißt „So trainieren Sie Stimme und Aussprache im Alleingang“. Hier gebe ich meinen Teilnehmern viele Tipps mit nach Hause, wie man alleine an Stimme, Stimmführung und Aussprache arbeiten kann. Ein Thema das dabei immer auf den Tisch kommt: es ist sehr umständlich, sich für die Übungen extra Zeit freizuschaufeln. Viele haben einen stressigen Job, auch zu Hause wartet die Arbeit und die freie Zeit möchte man dann doch lieber anders gestalten.

Das Gute ist: Sie müssen für viele Übungen keine extra Zeit herbeizaubern! Es gibt ganz viele Übungsräume, in denen Sie sich ohnehin täglich aufhalten und wo Sie einzelne Übungen problemlos zwischendurch einschieben können. Das ist praktisch, Sie verlieren nämlich keine Zeit und tun trotzdem etwas für sich und Ihre Stimme – ohne sich zwanghaft Zeit verschaffen zu müssen. Oft machen die Übungen im Alleingang dann nämlich keinen Spaß und man lässt sie nach 1-2 Mal ganz sein.

Ein paar Übungsräume habe ich Ihnen aufgelistet:

Das Auto

Da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klatsche, deshalb ist das Auto der beste Übungsraum. Und es gibt nichts, was Sie hier nicht tun können! Artikulationsübungen, Lockerungsübungen, Resonanzübungen, Atem- und Zwerchfellübungen, Betonungsübungen, Sie können das Klapphörnchen unterbringen oder Ihren Vortrag durchspielen. Das Auto ist mein persönlicher Favorit, Sie müssen ja verschiedene Übungen, wie z.B. das Wangen aufblasen nicht bei der roten Ampel machen. Aber ob Sie gerade summen oder eine Atemübung machen, kann man Ihnen auch dort nicht anschauen.

Das Wartezimmer

Gut, im Wartezimmer können Sie nicht rumtönen oder Zungenbrecher durchgehen. Aber Atemübungen können Sie im Stillen trotzdem machen, das merkt ja keiner! Oder, – Arbeiten Sie an Ihrer Stimme, indem Sie beobachten! Oder, Sie trainieren Ihre Ohren, da können Sie in diesem Artikel etwas dazu nachlesen: Lust auf einen Hörspaziergang.

Das Schlafzimmer

Im Schlafzimmer können Sie sich einigen Atemübungen widmen, die nötige Ruhe haben Sie dort dann ja. Wie wäre es, mit dieser hier? Aber Achtung, wenn Sie kurz nach den Übungen aufstehen, bleiben Sie noch eine Weile auf der Bettkante sitzen. Weil das Gehirn plötzlich mehr Sauerstoff erhalten hat, wäre es kein Wunder, wenn Ihnen schwindelig wird. Wenn Sie stattdessen ohnehin liegen bleiben, kann es aber auch passieren, dass Sie während der Übungen einschlafen, denn entspannend sind Atemübungen allemal!

Das Badezimmer

Dieser Raum gehört Ihnen und Ihrem Zwerchfell Sie können sogar die Morgenwäsche mit den Übungen kombinieren, praktisch! Bringen Sie Ihre Stimme schon unter der Dusche in Schwung und trällern Sie los, beim Zähneputzen summen Sie dann eine Runde und beim Zahnpasta-Ausspucken trainieren Sie Ihr Zwerchfell: FFFT…FFFT…FFFT. Ihr Stimmklang hängt außerdem unmittelbar mit Ihrem Körpergefühl zusammen, wecken Sie ihn also auf, lassen Sie zuerst Ihre Schultern kreisen und dann kreisen Sie weitläufig mit den Armen: einmal gegenverkehrt mit den Armen in die eine Richtung, dann in die andere Richtung, und dann einmal mit beiden Armen in eine Richtung. Dadurch fühlt sich der Brustkorb freier an, beobachten Sie das mit einer Vorher-Nachher-Probe.

Die Toilette

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die eine Weile länger am Örtchen bleiben, um Zeitung oder Comics zu lesen. Warum nicht auch ein paar Zungenbrecher? Die Toilette ist übrigens auch der Ort, wo Sie kurz vor einer Präsentation o.ä. ein paar Deutlichkeitsübungen machen können. Sie können auch vorm Spiegel ein paar Faxen machen und Grimassen schneiden, das lockert nicht nur Ihre Gesichtsmuskulatur, sondern heitert auf. Das kann kurz vor dem längeren Sprechakt nie schaden!

Kein Raum, aber eine perfekte Gelegenheit: Beim Putzen

Wenn Sie kein feuriger Putzteufel sind, der liebend gerne auf Staubmaus-Jagd geht, dann können Sie sich das notwendige Übel spaßiger und noch nützlicher gestalten. Summen ist wie gesagt eine tolle Resonanzübung, werfen Sie einfach Ihre Lieblings-CD in den Player und summen Sie los.

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